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Tomasz Wabnic
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Weltkulturerbe - einzigartige schätze hinter den mauern des klosters von czestochowa verborgen
Außergewöhnliche Funde kommen in der Welt der Kunst extrem selten vor. In Polen – so gut wie nie. Umso sensationeller ist die Nachricht von den von Mozart selbst signierten Arien, die in Jasna Gora entdeckt und vom Morphing Vienna Chamber Orchestra aufgeführt wurden.

Von Zeit zu Zeit passiert es, dass auf der Welt ein neues Werk der Kunst entdeckt wird. Ein holländisches Gemälde, das unter einem anderen versteckt liegt, ein Musikstück, das von einem der großen Meister signiert wurde, oder ein ägyptischer Papyrus. Es kommt vor, dass während Straßensanierungsarbeiten ein Archäologe auf besondere Ausgrabungen trifft. Meist werden aber weitgefächerte wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen, um etwas Neues, noch nicht Katalogisiertes zu finden.

Bei der Analyse der neu-entdeckten Partituren, die mit Mozarts Namen signiert sind, untersuchen Musikologen nicht nur den Notenschriftzug und den Klang des Werkes.
Auch die Art des Papiers wird von Experten geprüft und Handschriftanalysen werden durchgeführt. Spezielle Wasserzeichen-Kataloge werden zu Rate gezogen.

Restauratoren und Kunsthistoriker nutzen zusätzlich zu ihrem Fachwissen die Fortschritte der Röntgen-Technologie für ihre Untersuchungen. So wurde vor kurzem durch den Einsatz der neuesten Mittel und Untersuchungsmethoden ein Frauenporträt unter der Oberfläche des Van-Gogh-Gemäldes „Grasgrond“ von 1887 gefunden. Van Gogh ist bekannt dafür, dass er alte Bilder übermalte. Wie Wissenschaftler berichten, haben das einige Künstler gemacht, u.a. auch Picasso und Rembrandt. Die Niederländische Malerei bietet ein weites Forschungsfeld für Restauratoren und Kunsthistoriker, aber auch da sind spektakuläre, bahnbrechende Entdeckungen ausgesprochen selten.

Im Fall der Mozartarien von Jasna Gora mussten keine ausgefallenen, technischen Methoden eingesetzt werden. Die Partituren warteten all die langen Jahre geduldig im Archiv des Klosters, bis jemand sie finden würde. Und erst in diesem Jahr wurden die von Mozart signierten Werke vom außergewöhnlichen Morphing Vienna Chamber Orchestra aufgeführt. Das einzigartige Konzert fand im Rahmen des Internationalen Festivals für Sakralmusik Gaude Mater in Jasna Gora statt.

Der Gründer und Leiter des Kammerorchesters „Morphing”, Tomasz Wabnic, beschreibt das Ensemble, dass seinen Teil zu dieser historischen Entdeckung beitrug, folgendermaßen: „Das Morphing Vienna Chamber Orchestra ist ein Projekt, das völlig spontan entstanden ist. Ich habe in Wien unter der Leitung der herausragendsten Musikerpersönlichkeiten studiert und habe dort viele junge Künstler aus verschiedenen Ländern getroffen, darunter Preisträger namhafter internationaler Wettbewerbe.
Es fiel mir sofort auf, mit welcher Leidenschaft und Energie sie musizieren, und das brachte mich auf die Idee, ein Ensemble mit einem völlig neuen Zugang zur Kammermusik zu gründen. Begonnen haben wir in einer Zusammensetzung von ein paar Dutzend Musikern. Wir lieben es, spielerisch mit den verschiedenen Möglichkeiten des Ausdrucks umzugehen. Die größte Freude aber hatten wir daran, einige, bislang unbekannte Mozartwerke vor einem großen Publikum uraufzuführen.”
Die eben entstandene CD, die während des „Gaude Mater” Festivals aufgenommen wurde, enthält sieben Werke Mozarts, darunter die Welturaufführung der mit Mozarts Namen signierten Arie, die in Jasna Gora entdeckt wurde. In demselben Klosterarchiv wurden bereits 18 solcher Partituren gefunden. Die Untersuchungen, die die Autorschaft dieser Werke bestätigen sollen, sind noch nicht abgeschlossen.